Ägypten: Kopten in Angst zu Weihnachten

Da die Christen im Land zwischen Nildelta und Nubia-Stausee schon häufig Ziel islamisch-extremistischer Anschläge geworden sind, sind die Befürchtungen vor Wiederholungen an Hochfesten wie Weihnachten oder Ostern besonders groß. Aufgrund des Unterschieds zwischen julianischem und gregorianischem Kalender fiel das Weihnachten 2016 der ägyptischen Kopten auf den 7. Januar 2017. Erst am 11. Dezember hatten mohammedanische Fanatiker einen Anschlag auf die Kairoer Kirche St. Peter und St. Paul verübt, bei dem mehr als zwei Dutzend Menschen gestorben sind. Entsprechend hoch waren die Sicherheitsvorkehrungen am koptischen Weihnachtstag, der offenbar ohne Anschläge verlief.

Wegen ihrer allgegenwärtigen Bedrohung im islamisch dominierten Ägypten hofft die absolute Mehrheit der Kopten auf Staatspräsident Abd al-Fattah as-Sisi. Der 62-jährige General ist bekannt dafür, mit Gewalt die extremistischen Muslimbrüder seit seinem Putsch im Juli 2013 von der politischen Macht fernzuhalten. Doch Sisi hat nicht nur begeisterte Fürsprecher unter den ägyptischen Christen, denn so meint beispielsweise der Journalist Wael Iskander: „Schämt Euch, sage ich ihnen. Ihr behauptet, Ihr seid das Licht der Welt und das Salz der Erde, aber man ist nicht das Licht der Welt, wenn man einen Massenmörder unterstützt. Noch tiefer kann man kaum sinken. Ihr stellt Eure eigenen Interessen über die der anderen.“

Viele jüngere Kopten bemängeln, es sei zu einer engen Verflechtung zwischen ihren geistlichen Oberhäuptern und der jetzigen Staatsführung gekommen. General Sisi baue auf die koptisch-orthodoxe Kirche als einen Teil seiner Machtbasis, während diese im Gegenzug dem Staatsoberhaupt ihre Treue erkläre. Kopten-Papst Tawadros II. lässt in diesem Sinne verlautbaren, in der angespannten Lage mögen die Grundrechte in Ägypten zurückgestellt werden. Es zeigt sich die Szenerie eines Polizeistaats, der von den durch Verbrechen Gepeinigten freudig begrüßt wird. Aber was tun in einem Land, das bei seiner bislang einzigen freien Parlamentswahl 2011/2012 zu über 65 Prozent Muslimbrüder und Salafisten wählte?

Die jetzige Situation der Kopten in Ägypten sollte höchste Warnung für die westlichen Staaten Europas sein, in deren Großstädten bereits einzelne Quartiere mehrheitlich islamisch sind. Sollten ganze Metropolen kippen, würden sich per se alle Bürger außerhalb des Islam in Gefahr befinden wie auch mohammedanische Einwohner, die von ihren Glaubensgenossen als zu lasch in der Befolgung koranischer Vorschriften betrachtet werden. Polizeistaaten, die das Feiern nicht-islamischer Feste absichern, sind das Letzte, was Europa braucht. Die Christen Ägyptens haben wenig bis keine Alternative, doch Europa hat noch sehr wohl Optionen, seine Zukunft positiv zu gestalten!

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