Folterminister fand Zuflucht in der Schweiz

Während die USA ihre Grenzen schließen, bietet die Schweiz Folterern Zuflucht. Der frühere Innenminister Gambias, Ousman Sonko (Foto oben), lebt seit November 2016 unbehelligt im Asylzentrum Lyss im Berner Seeland. Das Schweizer Staatssekretariat für Migration (SEM) war von Anfang an über Sonkos Hintergrund informiert, sah aber keiner Veranlassung, den Fall öffentlich zu machen oder den Mann auszuweisen. Mittlerweile hat allerdings die Berner Generalstaatsanwaltschaft formell eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen Ousman Sonko eröffnet.

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Zwei Jahre lang befehligte Sonko eine Terroreinheit des damaligen Präsidenten Yahya Jammeh, bei dem er im Herbst in Ungnade fiel, so dass er fliehen mußte. Seine Aufgabe war es, Gegner des Präsidenten aufzuspüren und sie einzuschüchtern oder zu ermorden. Der in London lebende gambische Menschenrechtsanwalt Yankuba ­Darboe sagt dazu: „Sonko war Jammehs wichtigster Befehlshaber. Bei jedem Verbrechen war er entweder selbst der Anführer, oder er hat jene angewiesen, die es ausführen mussten. Er wusste über ­alles Bescheid. Er war Jammehs engster Vertrauter.“

Der mittlerweile in die USA geflohende Journalist Musa Saidykhan gibt an, von Jammehs Schergen gefoltert worden zu sein: „Sie haben mich nackt ausgezogen und meine Genitalien mit Elektroschocks traktiert. Sie sagten, mein Problem seien meine Hand und mein Mund. Sie brachen meine Hand und schlugen mich mit einem Eisen, bis ich meine Knochen splittern hörte. Und sie schlitzten meinen Mund mit einem Bajonett auf.“

Musa Saidykhans linker Mundwinkel wurde mit einem Bajonett aufgeschlitzt.

Der Berner Rechtsanwalt Gabriel Püntener kritisiert die Aufnahme Sonkos in der Schweiz: „Wenn sich herumspricht, dass die Schweiz mit solchen Fällen lasch umgeht, wird sie für Kriegsverbrecher, die Zuflucht suchen, attraktiv.“

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