Starbucks will 10.000 „Flüchtlinge“ einstellen

Es braust ein Ruf wie Donnerhall aus der Konzernzentrale von Starbucks in Seattle: Das Unternehmen will 10.000 „Flüchtlinge“ einstellen. Und zwar aus Protest gegen Donald Trumps Politik der sicheren Grenzen. Siehe hier. Die einschlägigen Medienberichte lesen sich so, als würde Starbucks damit einen wichtigen Beitrag zur Integration von Asylbewerbern leisten. Welche Auswirkungen dürfen wie also in Deutschland erwarten?

Hier: Kapuzen-Pullover!

Die ernüchternde Antwort lautet: Keine, die meßbar wären.

Die Einstellungen sollen sich über 10 Jahre strecken. Falls sie nicht in einigen Monaten bereits vergessen sind, wenn Trump den Medien langweilig geworden ist, die ja bekanntlich alle paar Wochen eine andere Sau durch’s Dorf treiben müssen, um interessant zu bleiben. 10 Jahre sind im Wirtschaftsleben ein Zeitraum, der schwer kalkulierbar ist.

Zunächst werden also, falls alles nach Plan läuft, 2017 nur 2.000 Asylbewerber eingestellt. Das macht bei rund 23.000 Starbucks-Fillialen weltweit (Quelle) etwa 0,087 Asylbewerber pro Filiale. Falls nicht Merkel dafür sorgt, daß alle Asylbewerber in Deutschland eingestellt werden und der Rest der Welt leer ausgeht …

In Deutschland gibt es derzeit 158 Mal Starbucks (Quelle). Macht also auf Jahressicht 13,75 Asylbewerber, die einzustellen wären. Wie viele Asylbewerber leben derzeit in Deutschland? – Das weiß leider niemand so genau. Aber im vergangenen Jahr wurden bei uns 745.545 Asylanträge gestellt (Quelle). Runden wir die Zahl der bevorstehenden Einstellungen großzügig auf 14 auf, dann ergibt sich leider eine Diskrepanz von 745.531 Asylbewerbern, die irgendjemand anderes einstellen muß, dessen Kapazitäten in Deutschland größer sind als die von Starbucks, um Vollbeschäftigung bei Merkels Gästen zu garantieren.

Kurz und gut und frei nach Loriot: Es bleibt schwierig.

Foto: Die erste Starbucks-Filiale in Seattle, eröffnet 1971. CC-Lizenz, SilentDeath

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