Le Pens Chancen steigen

Marine Le Pen hat ihr Programm für die französische Präsidentschaftswahl vorgestellt: „144 Zusagen, um Frankreich wieder in Ordnung zu bringen.“ Der Front National (FN) ist die stärkste Partei des Landes. Ähnlich wie bei der Präsidentschaftswahl in den USA, wo die weitgehend kompromittierte Kandidatin des Establishments, Hillary Clinton, den Wahlsieg Donald Trumps wesentlich begünstigt hat, hängen Marine Le Pens Chancen jetzt maßgeblich davon ab, wer ihr Gegenkandidat wird.

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Zunächst schien es, als hätte sie gegen ihren konservativen Gegenspieler François Fillon keine Chance. Denn der kopierte die Zuwanderungskritik des FN und stellt dadurch ein echtes programmatisch begründeten Wachstums-Hemmnis für Le Pen dar. Jetzt wankt der politische Riese, der offenbar auf tönernen Füßen unterwegs ist: Fillon hat seine Frau auf Kosten des Steuerzahlers im Parlament angestellt. Das war bekannt und galt als pikant, aber nicht unbedingt verwerflich. Jetzt kam heraus, dass Frau Fillion für den gezahlten Lohn offenbar keine Gegenleistung erbracht hat. Also ein klassischer Fall von Korruption. Selbst wenn die Staatsanwaltschaft aus politischen Gründen kein offizielles Ermittlungsverfahren einleitet, gilt Fillion als erledigt und dürfte kaum in die Stichwahl kommen, falls die Scheinbeschäftigung seiner Frau nachgewiesen werden kann.

Damit rückt der 39-jährige EU-Befürworter Emmanuel Macron vor. Er positioniert sich weder rechts noch links, befürwortet offene Grenzen und Multi-Kulturalismus. Er wäre der ideale Gegenkandidat für Le Pen. Macron gegen Le Pen liefe auf eine echte politische Richtungsentscheidung für Frankreich hinaus – und könnte eine Chance für den Front National bedeuten, europäische Geschichte zu schreiben und diese Wahl zu gewinnen.

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