Mordrohungen wegen Kölner AfD-Parteitag

Gern pflegt die einzige Millionenstadt des westlichen Deutschlands den historisch nicht haltbaren Mythos, sie sei schon seit ihrer Gründung in antiken Zeiten eine Hochburg der Toleranz, weshalb heutzutage keinerlei politisch rechte Betätigung geduldet werde dürfe. Und in genau diese Kerbe schlagen nun linksextreme Organisationen wie „Köln gegen Rechts“ und „Kein Veedel für Rassismus“, die von Künstlern des exzessiv gelebten Lokalpatriotismus‘ verlangen, sie mögen ein Bekenntnis gegen den am 22. und 23. April im zentral gelegenen Maritim-Hotel stattfindenden AfD-Bundesparteitag aussprechen. Wer nicht mitmacht aus den Reihen von Höhner, Brings und Paveier, der gilt im Kölner Gut- und Bessermenschentum als mindestens „faschismusverdächtig“.

Hier: T-Shirt „Widerstand“

Für das vorletzte April-Wochenende kündigen sich somit Szenen an, die an den Anti-Islamisierungs-Kongress der Bürgerbewegung pro Köln im September 2008 erinnern. Damals erreichten einige tausend Personen von der bürgerlichen bis hin zur extremen Linken, dass die Polizei in widerrechtlicher Weise den Notstand aussprach und die zentrale pro-Köln-Kundgebung am Heumarkt untersagte. Bei wochenlangem Vorlauf ist die Szene der Kölner Linksextremisten, die in puncto Gewalttätigkeit zum Glück noch nicht an ihre Gesinnungsgenossen in Berlin, Hamburg oder Göttingen heranreicht, durchaus in der Lage, größere Menschenmassen zu mobilisieren.

Selbst ein Sven Tritschler, der Vorsitzender der AfD-Jugendorganisation ist, zieht seine persönlichen Konsequenzen. Für dieses Jahr lässt er seine Mitgliedschaft in der Kölner Prinzen-Garde ruhen. Er wird diesmal nicht als Akteur des in Köln als herausragendes gesellschaftliches Ereignis geltenden Rosenmontagszugs mitwirken. Der Mittdreißiger hat Bedenken, sein Karnevalsverein könne wegen der durch die Linksextremisten geschürte Anti-AfD-Pogromstimmung in Mitleidenschaft gezogen werden. Ganz unbegründet dürften seine Abwägungen nicht sein, zumal die linken Totalitaristen sich der Rückendeckung der Altparteien erfreuen. Mittlerweile erreichen Mitarbeiter des Hotels Maritim Mordrohungen aus dem linken Spektrum.

Aus Erfahrung können die Bürgerbewegungen pro Deutschland und pro Köln der AfD nur dazu raten, sich den Bundesparteitag in der Domstadt ausreichend von der Polizei schützen zu lassen. Köln ist noch nicht wie Dresden, wo es die Pegida schaffen, Gegendemonstrationen der Linksextremen zu marginalisieren. Die größte Stadt Nordrhein-Westfalens ist aus politisch rechter Perspektive eine harte Nuss, da man dort seit vielen Jahrzehnten in Saus und Braus lebt, was die für den deutschen Linksextremismus lebensnotwendige Wohlstandsverwahrlosung mitunter aufkommen lässt. Wäre die Kölner Stadtgesellschaft bis in den letzten Winkel so tolerant, wie sie stets vorgibt zu sein, würde sie den AfD-Bundesparteitag als eine Normalität wahrnehmen, die eine Nachrichtenmeldung wert sein mag, aber mehr auch nicht.

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