AfD schließt Björn Höcke aus

Der Bundesvorstand der AfD hat heute mit Zweidrittelmehrheit beschlossen, ein Ausschlussverfahren gegen den thüringischen Landesvorsitzenden Björn Höcke einzuleiten. „Die Maßnahme erfolgte nach eingehender juristischer Prüfung und politischer Bewertung der Rede Björn Höckes vom 17. Januar 2017 in Dresden“, erklärte dazu Parteisprecher Christian Lüth. Wir hatten über den Vorgang im Januar berichtet und die Rede Höckes dokumentiert. Die Entscheidung kann vom Bundesschiedsgericht der AfD noch aufgehoben werden. Sie ist nach uns vorliegenden Informationen mit neun gegen vier Stimmen getroffen worden. Zu den Kritikern des Ausschlußverfahrens gehören Parteisprecher Jörg Meuthen, der brandenburgische Landesvorsitzende Alexander Gauland und der Landesvorsitzende von Sachsen-Anhalt, André Poggenburg.

Hier: Höcke T-Shirt!

Gauland und Poggenburg sind „die nächsten Kandidaten für ein Parteiausschlußverfahren“, äußerte heute ein Teilnehmer der Bundesvorstandssitzung gegenüber pro Deutschland.

Dazu erklärt Manfred Rouhs:

„Am Freitag habe ich mit dem direkt ins Berliner Landesparlament gewählten AfD-Abgeordneten Kay Nerstheimer sowie Mitgliedern der Bundesversammlung und weiteren AfD-Mandatsträgern die interne politische Situation bei der AfD besprochen. Das Ausschlußverfahren gegen Björn Höcke ist nach meiner Einschätzung politisch selbstzerstörerisch und rechtlich nicht haltbar. Der Versuch, als nächstes Alexander Gauland und André Poggenburg ins Visier zu nehmen, liefe auf eine Spaltung der AfD hinaus.

Für die künftige Entwicklung sehe ich zwei Optionen: Entweder, die AfD nutzt die Auseinandesetzung um Björn Höcke für eine eindeutige Positionsbestimmung gegen die Absicht, Juniorpartner der Unionsparteien zu werden und sich dafür von wertkonservativen Parteimitgliedern zu trennen. In diesem Fall strebe ich den Anschluß der Bürgerbewegung pro Deutschland an die AfD an. Oder aber, die wertkonservativen AfD-Mitglieder werden aus der Partei gedrängt. Dann liegt es für Björn Höcke, Kay Nerstheimer und andere nahe, ihren politischen Weg in der Bürgerbewegung pro Deutschland fortzusetzen.

Entscheidend ist, dass am Ende des jetzt in die Wege geleiteten politischen Klärungsprozesses zusammenwächst, was zusammen gehört: Die freiheitlichen Kräfte in Deutschland müssen der politischen und medialen Klasse geschlossen entgegentreten. Parteinamen sind dabei zweitrangig. Persönliche Interessen müssen hinter der Sache zurückstehen.“

Diesen Artikel teilen:

7 Gedanken zu „AfD schließt Björn Höcke aus

  • 15. Februar 2017 um 22:06
    Permalink

    Was Björn Höcke in seiner Rede zum Berliner Schandmal gesagt hat, ist inhaltlich absolut richtig und nur dies sollte zählen. Es zeigt sich, dass Teile der Parteiführung so langsam das Zittern bekommen und auf PC-Kuschelkurs gehen, wo es jetzt auf die Bundestagswahl zugeht und die Geldtöpfe winken. Ich jedenfalls werde nur eine Alternative zum bisherigen Einheitsparteienkartell wählen, aber ganz sicher keine Partei, die sich schon vor Amtsantritt der PC unterwirft. Jämmerlich was hier abläuft, ein wirklich jämmerliches Land, ein armseeliges und feiges Volk, das nach über 70 Jahren Lüge und Umerziehung, aber eben auch 70 Jahre hinreichender Zeit für die eigene Recherche und Denkarbeit, noch keinen Zweifel an der offiziellen Geschichtsschreibung ausgemacht haben will.

  • 14. Februar 2017 um 20:32
    Permalink

    Es ist interessant wie hier und auch u.a. bei PI oder JF „argumentiert“ wird.

    1.) Es geht in der Sache nicht um das, was Höcke zur Geschichte sagt (und davon ist jedes Wort wahr, ich habe den Schuldkult schon lange abgelegt, viele andere Deutsche und ich haben dafür schon Milliarden erarbeitet, die für nichts in der EU und restlichen Welt verschwendet wurden)

    2.) Hauptsächlich wird es darum gehen, Höcke wegen seiner Aussagen zu den „Kostgängern“ wie „Bretzel“, etc. rauszuwerfen

    3.) Wann hat z.B. der Superintegrant „Bretzel“ mal was wie Höcke auf die Beine gestellt. In NRW liegen die Themen auf der Strasse, dieser Nichtsnutz schläft weiter und wird auch mit 5% sagen, wie toll er gekämpft hat und mit den alten Blockparteien in Bett steigen

    4.) Ich kann nicht verstehen, warum Pro-Deutschland nicht zu den Wahlen in NRW antritt, absolute Fehlentscheidung da die AfD in NRW eine FDP 2.0 ist

  • 13. Februar 2017 um 22:52
    Permalink

    vielen Dank für Ihre Information, dadurch weiß ich, das ich bei der Bundestagswahl am 24.09.2017 auf keinen Fall Pro-Deutschland wählen werde. Für mich kommt schon ein Hauch von Rechtsextremismus und/oder Antisemitismus überhaupt nicht in Frage.

  • 13. Februar 2017 um 18:05
    Permalink

    Ich finde es als unabdingbar, permanente Brandstifter und Parteischädlinge wie B. Höcke

    aus der Partei auszuschließen. Sie versuchen sich in einer mehr als fragwürdigen Art und Weise als Patrioten zu positionieren. Herr Höcke ist für mich alles andere als ein Patriot. Meine Meinung

    ist eher , dass er versucht, auf Kosten der Partei seine Karriere voranzutreiben. Also , raus mit ihm und damit wieder

    Wählbarkeit der AfD !

     

     

    • 13. Februar 2017 um 18:49
      Permalink

      Es gibt die Begrifflichkeit des parteischädigenden Verhaltens. Daher hätten Sie schreiben können Parteischädiger, aber Ihre Wortwahl des „Parteischädlings“ rückt Höcke in die sprachliche Nähe von Ungeziefer, was in die Richtung des NS-Jargons weist.

  • 13. Februar 2017 um 13:10
    Permalink

    Die AfD macht ein vollkommen unnötiges Faß auf im Jahr der Bundestagswahl und drei westdeutscher Landtagswahlen. Verrückt!

    • 13. Februar 2017 um 18:20
      Permalink

      man muß auch in ungünstigen Zeiten , wie vor anstehenden Wahlen , Flagge zeigen und unpopuläre

      Entscheidungen treffen. oft macht man sich damit auch glaubhafter !! Vor allem , wenn es einer guten Sache dient ! Das war ein Beispiel dafür !

Kommentare sind geschlossen.