Der Anfang vom Ende für AfD-NRW-Chef Pretzell?

Fast sah es so aus, als würde der Wahnsinn an der Spitze der AfD Nordrhein-Westfalen regieren, doch zwei wesentliche Schlappen für Landessprecher Marcus Pretzell lassen das Vorhandensein von Selbstheilungskärften in der Partei erkennen. Vor mehr als einem Jahr strengte der EU-Parlamentarier Pretzell ein Parteiausschlussverfahren gegen den Aachener AfD-Ratsherrn Markus Mohr an. Das „Verbrechen“ des heute 32-jährigen Kommunalpolitikers besteht aus Pretzells Sicht darin, dass er gemeinsam mit seinem Ratskollegen Wolfgang Palm, der als Patriot und Islamkritiker bekannt ist, eine Ratsgruppe gründete. Das Verfahren gegen Mohr wurde dieser Tage vom AfD-Bundesschiedsgericht rechtskräftig eingestellt. Der Volljurist Pretzell scheint nicht ganz mit seinem Handwerk vertraut zu sein!

Hier: T-Shirt „Widerstand“

Den nächsten Schlag ins Kontor des Pretzell-Lagers gab es mit dem Nominierungsparteitag der AfD-NRW-Bundestagskandidaten in Essen am 25. Februar 2017. Marcus Pretzell wollte den ungewöhnlichen Hamburg-Import Kay Gottschalk zum Erstplatzierten der Landesliste machen, aber die Delegierten folgten nicht dem Willen des 43-jährigen Ehemanns von AfD-Bundessprecherin Frauke Petry. Martin Renner, den Marcus Pretzell erfolglos noch am 29. Januar als Ko-Landessprecher der nordrhein-westfälischen AfD abwählen lassen wollte, wird gemäß dem Votum der Delegierten Spitzenkandidat der Landesliste für den Bundestag sein. Deutlicher hätten die Delegierten ihr mehrheitliches Misstrauen gegen Ex-FDP-Mitglied Pretzell nicht zum Ausdruck bringen können!

Der Pretzell-Dunstkreis, der insbesondere in letzter Zeit offenbar die Ansicht vertreten hat, er besitze an der AfD Nordrhein-Wesftalen Eigentumsrechte, wurde nun mittels zwei krachender Niederlagen eines Besseren belehrt. Pretzell selbst rechtfertigt sein beißwütiges Verhalten wie folgt: „Es werden jetzt die Lügen der vergangenen Monate, die NRW enorm beschädigt haben, aufgedeckt und die Verantwortlichen aus Positionen entfernt.“ Sven Tritschler, Chef der Bundes- sowie NRW-Jugend der AfD und finanziell abhängig von Pretzell, sekundiert per Twitter seinem Idol: „Jetzt wird aufgeräumt. #Frühjahrsputz“. Offen ausgelebte Machtgier, wie man sie von „Mutti“ (Angela Merkel, CDU) und dem „Scheinheiligen“ aus Würselen (Martin Schulz, SPD) gewohnt ist. Die Bürgerbewegung pro Deutschland gratuliert daher der patriotisch-islamkritischen Basis der AfD NRW, Pretzell und seine Getreuen heute klar in die Schranken gewiesen zu haben!

Diesen Artikel teilen:

3 Gedanken zu „Der Anfang vom Ende für AfD-NRW-Chef Pretzell?

  • 27. Februar 2017 um 10:53
    Permalink

    Zitat: „Der Volljurist Pretzell scheint nicht ganz mit seinem Handwerk vertraut zu sein!“

     

    Offenbar nicht, denn alle Parteiausschlußverfahren oder der Entzug der Mitgliedsrechte der Pretzell-Gegner sind final gescheitert. Außerdem wurde Pretzell schon 2015 aus der Anwaltskammer ausgeschlossen (falls das nicht bekannt sein sollte).

    • 27. Februar 2017 um 11:21
      Permalink

      Daß Pretzell nicht mehr als Rechtsanwalt tätig sein kann, wußte ich. Was man so vom Flurfunk der AfD hört, soll er generell einen Tanz auf dem Vulkan veranstalten und nach der Devise „Nach mir die Sintflut!“ leben.

  • 26. Februar 2017 um 14:33
    Permalink

    Ich wäre bei der „Pro“-Bewegung, wenn nicht die AfD gekommen wäre.

     

Kommentare sind geschlossen.