Erfurt: Protest gegen Moschee-Bau

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Zwei große Holzkreuze, errichtet auf einem Privatgrundstück, erhitzen derzeit die Gemüter in Erfurt. Die parteiunabhängigen „Bürger für Erfurt“ haben die 10 Meter hohen christlichen Glaubenssymbole unweit des geplanten künftigen Standortes einer Moschee der Ahmadiyya-Glaubensgemeinschaft im Stadtteil Marbach aufgestellt. Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche sahen daraufhin eine Veranlassung, sich von der Aktion zu distanzieren. Die Kommunalbehörde musste sich öffentlich rechtfertigen, warum sie die Kreuze nicht abreißen läßt. Erfurter Beamte erklärten, dass sie dafür auf dem der künftigen Moschee-Baustelle benachbarten Gelände keine rechtliche Handhabe hätten, weil es sich im Privateigentum befindet.

Das heißt im Umkehrschluss: Ginge es nach den Kirchen und nach den Behörden, dann dürfte die Moschee gebaut werden und die beiden Kreuze müssten aus dem öffentlichen Raum verschwinden.

Die Ahmadiyya-Glaubensgemeinschaft wird von den meisten Muslimen nicht als islamisch anerkannt. Sie wurde 1889 im britisch besetzten Indien von dem Inder Mirza Ghulam Ahmad gegründet, den die Ahmadiyyas als Propheten verehren. Das islamische Glaubensbekenntnis sieht dagegen ausdrücklich Mohammed als einzigen Propheten des Islam vor. Die Ahmadiyyas gelten deshalb den Muslimen als Ketzer und werden in islamischen Ländern mit dem Tod bedroht. Vereinzelt kam es zu solchen Todesdrohungen auch schon durch Muslime in Deutschland.

Foto: Aufrichtung eines der beiden Kreuze am Wochenende

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