Wer denkt beim Kreuz an den Ku-Klux-Klan?

In der heftigen Debatte um den Bau einer Ahmadiyya-Moschee in Erfurt-Marbach hat sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow („Die Linke“) per Twitter mit einer Stellungnahme zu Wort gemeldet, die an seinem Wissen in Glaubensfragen und Geschichte arge Zweifel aufkommen lässt. So vermengt der Spitzenpolitiker der SED-Fortsetzungspartei eine Aktion besorgter Christen, die wiederholt und legal auf einem Privatgrundstück meterhohe Holzkreuze als ein Zeichen ihres Widerstandes aufgestellt haben, mit der NS-Diktatur und den US-amerikanischen Chauvinisten vom Ku-Klux-Klan. In abfälliger Weise nennt er in einem Atemzug auch die Kreuzzüge des Hochmittelalters.

Äußerst beliebt ist es in linken Kreisen, die Kreuzzüge als die große Schande des mittelalterlichen Christentums darzustellen. Die zahllosen mohammedanischen Aggressionen, die dem päpstlichen Aufruf zum Ersten Kreuzzug im Jahr 1095 vorausgegangen waren, werden dabei geflissentlich unter den Teppich gekehrt. Einst durch und durch christliche Länder wie Ägypten, Syrien, der Irak und das Heilige Land gerieten kurz nach dem angeblichen Wirken Mohammeds im 7. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung unter das islamische Joch. Morde von Mohammedanern an christlichen Pilgern in Richtung Jerusalem kamen immer wieder vor. Die christliche Reaktion auf die Ausflüsse vermeintlichen mohammedanischen Herrenmenschentums ist vollkommen nachvollziehbar. Hätten die Mohammedaner im Mittelalter endgültig Europa überrannt, könnte heutzutage niemand in Deutschland öffentlich linken Unsinn verbreiten wie Bodo Ramelow, ohne um sein Leben fürchten zu müssen. Schließlich wissen wir: „Islam heißt Frieden!“

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Das Hakenkreuz der Nationalsozialisten mit dem christlichen Kreuz in Verbindung zu bringen, ist eine Unverschämtheit, die kein einziger Anhänger Jesu Christi so stehen lassen kann. In vielerlei Hinsicht befindet sich die nationalsozialistische Ideologie im krassen Gegensatz zur Botschaft des Neuen Testaments. Menschen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft als „minderwertig“ zu verunglimpfen, verstößt offen gegen die christliche Lehre von der Gottesebenbildlichkeit des Menschen, die bereits im Alten Testament erwähnt wird. Die NS-Diktatur betrieb Okkultismus und Neuheidentum, wovon beispielsweise die Wewelsburg in Ostwestfalen beredtes Zeugnis ablegt. Außerdem wurden etliche christliche Geistliche im „Dritten Reich“ wie etwa der katholische Priester Maximilian Kolbe ermordet.

Zwar besteht seit den 1940er Jahren der Ku-Klux-Klan nicht mehr als einheitliche Organisation in den USA, jedoch muss generell auch noch heute für die Organisationen dieses Namens festgehalten werden, dass sie im Kern eine militante Ideologie des WASP (Abkürzung für weiß, angelsächsisch und protestantisch) verfolgen. Vom Ku-Klux-Klan der späten 1860er Jahre und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden nicht nur als ethnisch fremd wahrgenommene Menschen verfolgt, sondern auch gegen europäischstämmige Katholiken in den USA gehetzt. Obendrein verstößt auch die Geheimbündelei des Ku-Klux-Klan gegen den christlichen Glauben.

Auch wenn staatsnahe Vertreter des Amtskirchentums so tun, als befände sich Ramelow mit seinen kruden Vergleichen im Recht, so ist objektiv dem mitnichten so. Nirgendwo steht im Neuen Testament geschrieben, Christen müssten zur Ausbreitung fremder Kulte in ihrem Land Ja und Amen sagen. Der Islam leugnet explizit zentrale Inhalte des Christentums wie die Dreifaltigkeit Gottes, den Kreuzestod Jesu Christi, die Erbsünde etc. Mit friedlichen Mitteln gegen den Mohammedanismus zu protestieren, ist aus christlicher Perspektive legitim und ehrenhaft. Echte Christen sehen nicht im armen Mensch, der dem Islam anhängt, das Problem, sondern in der koranischen Ideologie, die u. a. für Vielweiberei, Frauenunterdrückung, Herabwürdigung „Ungläubiger“, Kriegslüsternheit und ähnliche „Errungenschaften“ steht.

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