BVB-Anschlag: Fahndung nach Islamisten

Im Fall des Bombenanschlags auf den Mannschaftsbus des BVB in Dortmund verdichten sich die Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund der Tat. Ein Verdächtiger aus dem islamistischen Milieu wurde festgenommen, nach einem zweiten wird gefahndet. Am Tatort war das unten dokumentierte Bekennerschreiben gefunden worden.

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Für Verwirrung sorgte zeitweise ein bei Indymedia veröffentlichtes zweites Tatbekenntnis, das den Anschlag für die Antifa reklamiert. Dabei handelt es sich offenbar um einen Fall von Trittbrettfahrerei. Denn von einer „symbolischen Tat“, wie es in diesem Bekenntnis heißt, kann keine Rede sein – auch, wenn zunächst für Außenstehende genau dieser Eindruck entstand, weil niemand ernsthaft verletzt worden ist.

Der relativ glimpfliche Ausgang des Anschlags war wohl vor allem dem waffentechnischen Unvermögen der Attentäter geschuldet. Sie hatten einen potentiellen tödlichen Sprengsatz in einer für den Mannschaftsbus des BVB falschen Höhe in einem Gebüsch positioniert. Dazu teilte jetzt die Leitende Staatsanwältin beim Bundesgerichtshof, Frauke Köhler, der Öffentlichkeit mit:

„Die Sprengsätze waren mit Metallstiften bestückt. Einer bohrte sich im Bus in eine Kopfstütze. Wir können also von Glück sprechen, dass nicht mehr passiert ist. Sprengwirkung umfasst mehr als 100 Meter. Zündmechanismus und Art des Sprengstoffs werden untersucht. Es ist von einem terroristischen Hintergrund auszugehen. Die Motivlage ist allerdings unklar.“

Die Metallstifte hätten Insassen des BVB-Busses tödlich verletzten können, wenn sie in der passenden Höhe freigesetzt worden wären.

Der Text des islamistischen Bekennerschreibens, das am Tatort gefunden wurde:

„Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen,

12 ungläubige würden von unseren Gesegneten Brüder in Deutschland getötet. Aber anscheinend scherst du dich Merkel nicht um deinen kleinen dreckigen Untertanen. Deine Tornados fliegen immer noch über dem Boden des Kalifats, um Muslime zu Ermorden. Jedoch wir bleiben standhaft durch die Gnade Allahs.

Ab sofort stehen alle ungläubigen Schauspieler, Sänger, Sportler und Sämtliche prominente in Deutschland und anderen Kreuzfahrer-Nationen auf Todesliste des Islamischen Staates.

Und das solange die folgenden Forderungen nicht erfüllt werden: Tornados aus Syrien abziehen, Ramstein Air Base muss geschlossen werden.“

Der Text des angeblichen Antifa-Bekennerschreibens:

„Wir haben heute den Bus des BVB mit eigens hierfür angefertigten Sprengsätzen attackiert. Der Bus ist hierbei ein Symbol für die Politik des BVB, die sich nicht genügend gegen Rassist_innen, Nazi_nnen und Rechtspopulist_innen einsetzt. Im Gegenteil dürfen seit Jahren auch Mensch_innen mit einer menschenverachtenden Gesinnung ins Stadion, anstatt lokale Antifaschist_innen zu Rate zu ziehen, um solches Gedankengut aus dem Stadion zu verbannen.

Der Bus war hierbei nur ein Symbol und keinesfalls waren die Spieler_innen Ziel dieser symbolischen Tat, jedoch auch sie taten in der Vergangenheit zu wenig für eine antifaschistische Stadionszene.

Kein Fußbreit den Faschist_innen!
Antifa heißt Angriff!
Deutschland verrecke!“

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