Alice Weidel, die neue Integrationsfigur der AfD?

Momentan gibt es innerhalb der AfD starke Bestrebungen, die Bundessprecherin Frauke Petry und ihren Ehemann Marcus Pretzell, der nordrhein-westfälischer Landessprecher ist, wegen ihres offenen Agierens gegen den explizit patriotischen Flügel der Partei aus ihren Ämtern zu entfernen. Bei der Isolation des Paars Petry/Pretzell, das AfD-intern meistens mit „PuP“ abgekürzt wird, ist dem Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel eine zentrale Rolle zugedacht. Sie soll vermittelnd zwischen Patrioten und Liberalen in der Partei wirken.

Neulich gab es ein Geheimtreffen der einflussreichsten Patrioten in der AfD im niedersächsischen Goslar, das jedoch im Anschluss den Massenmedien bekannt wurde. Dort sei entschieden worden, den Brandenburger Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland und Alice Weidel aus Baden-Württemberg zu den AfD-Spitzenkandidaten der Bundestagswahl im September zu küren, um Frauke Petry in die Schranken zu weisen. Bislang war die 38-jährige Weidel eine Befürworterin des Ausschlussverfahrens gegen den Thüringer Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke, der bundesweit als einer der prominentesten Köpfe der patriotisch gesinnten AfDler gilt. Um Weidel in Stellung zu bringen, sei eine Aussöhnung mit Höcke die wesentliche Bedingung.

Dass Weidel tatsächlich eine Funktion als Brückenbauerin in den Reihen der „Alternativen“ wahrnehmen soll, zeigte sich am Ostermontag. In den deutschen Massenmedien wurde die Meldung verbreitet (), die Unternehmensberaterin rate allen Türken in Deutschland, die beim Referendum über die Umgestaltung ihrer Heimat in eine Recep-Tayyip-Erdogan-Präsidialdiktatur mit ja gestimmt haben, die Bundesrepublik in Richtung Bosporus zu verlassen. Damit spricht sie den Patrioten in der AfD aus der Seele, und die Parteiliberalen können unmöglich jene Positionierung verurteilen.

Doch bei aller positiven Entwicklung in der AfD nach den Wochen und Monaten des öffentlich ausgetragenen Streits ist auch die Schattenseite des Geschehens zu betrachten. Alice Weidel lebt in einer homosexuellen Beziehung und hat zugleich einen minderjährigen Sohn. Während Volljährige, die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften eingehen, selbst wissen müssen, was sie tun, ist es aus konservativer Perspektive ein Unding, Kinder gezwungenermaßen mit solchen Konstellationen zu konfrontieren.

Das Ehepaar Petry/Pretzell wie auch Alice Weidel erfüllen beide in puncto Familienleben keinerlei Vorbildfunktion. Am Anfang der „PuP“-Bindung stand die Aufkündigung von zwei Ehen mit jeweils vier Kindern! Gleichermaßen lebten Frauke Petry und Marcus Pretzell im Ehebruch. Inzwischen lässt die Geburt des ersten gemeinsamen Kindes der beiden nicht mehr lange auf sich warten. Familienverhältnisse, die symptomatisch sind für die zeitgenössische Kaste der politisch Mächtigen!

Es ist wünschenswert, wäre die AfD in der Lage, eine Integrationsfigur mit dem grundsätzlichen Profil Weidels (weiblich, relativ jung und vermittelnd), jedoch ohne Verwerfungen im Familienleben präsentieren zu können. Damit würde nämlich der Punkt erreicht werden, Figuren wie der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz eine in jeglicher Hinsicht politisch gefährliche Konkurrentin entgegenzusetzen. „Mutti“ wie auch der Mann aus Würselen haben schwerwiegende Glaubwürdigkeitsprobleme, und genau das sollte bei keinem der AfD-Spitzenkandidaten der Fall sein!

Diesen Artikel teilen: