Angebliche Blasphemie: Haftstrafe für Ex-Gouverneur in Indonesien

Lange galt das zu knapp 90 Prozent islamische Indonesien als eine Hochburg relativer religiöser Toleranz in Südostasien, doch die am 9. Mai ausgesprochene Haftstrafe gegen Jakartas Ex-Distriktgouverneur Basuki Tjahaja Purnama spricht nun eine gegenteilige Sprache. Dem 50-jährigen Christen, der der chinesischen Minderheit Indonesiens angehört, wird vorgeworfen, sich Ende 2016 der „Blasphemie“ gegen den Koran „schuldig“ gemacht zu haben. Daraufhin eröffneten fanatische Mohammedaner eine öffentliche Hetzjagd gegen den Politiker und sehen sich nun durch das drastische Urteil bestätigt.

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Die „Beweislast“ gegen Tjung Ban Hok, wie Basuki mit chinesischem Namen heißt, ist mehr als dürftig. Es ist lediglich nachgewiesen, dass er sich öffentlich gegen eine aggressive Interpretation des Koran ausgesprochen hat, gemäß der Mohammedaner nur Ihresgleichen in politische Ämter wählen dürften. Dies brachte Gegner Basukis, die nicht wirklich dem Allah-Glauben in seiner radikalen Variante zuzurechnen sind, auf die perfide Idee, die in letzter stark gewordene Gruppe der Islam-Extremisten Indonesiens gegen ihn in Stellung zu bringen. Es folgte eine Welle öffentlich inszenierter Empörung in Jakarta, die im Dezember 2016 in den „Blasphemie“-Strafprozess gegen Basuki mündete. Die Staatsanwaltschaft forderte „nur“ eine Bewährungsstrafe, doch der Scharia-geleitete Richter Dwiarso Budi Santiarto machte zur Freude aufgehetzter Mohammedaner zwei Jahre Gefängnis draus.

Es zeigt sich ob der Inhaftierung Basukis im Hochsicherheitsgefängnis Cipinang sogar die Gutmenschen-Organisation „Human Rights Watch“ bestürzt. Andreas Harsono, der seit Jahren für die von Milliardär George Soros mit Millionensummen geförderte Vereinigung in Südostasien tätig ist, sieht in dem Urteil einen traurigen Tag für Indonesien. „NGOs“ der Marke „Human Rights Watch“, „Amnesty International“ etc. sind eher dafür bekannt, die Strafverfolgung sehr linkslastiger „Aktivisten“ öffentlich lautstark zu beklagen, während man der Verfolgung von Christen in sozialistischen Diktaturen und Islam-Ländern meistens mit Gleichgültigkeit begegnet.

Letztlich zeigt die zweijährige Haftstrafe gegen Basuki, dass in keinem Staat, der islamisch geprägt ist, Nicht-Mohammedaner so etwas wie dauerhafte Rechtssicherheit besäßen. Und selbst Allah-Gläubige, die aus der Sicht radikaler Glaubensgenossen etwas falsch gemacht haben, können ganz rasant in die Mühlen der vorsintflutlichen Scharia geraten, die übrigens in Indonesiens Westprovinz Aceh seit 2003 die Grundlage der dortigen „Rechtsprechung“ ist. Die Bürgerbewegung pro Deutschland hofft unterdessen, dass der Fall Basuki die Staaten des Westens wachrüttelt. Diesem offenkundigen Unrecht gehört schnellstens ein Ende bereitet, indem Basuki freigelassen und nicht weiter behelligt wird!

Das Foto oben zeigt den Druck der Straße: Muslimische Demonstration gegen Tjung Ban Hok in Jakarta

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