Prozessauftakt im Mordfall Maria Ladenburger

Hunderte Personen erschienen am Morgen des 5. September beim Landgericht Freiburg, um den Beginn des Strafprozesses im Mordfall Maria Ladenburger sehen zu können. Aufgrund eines DNS-Abgleichs im Dezember letzten Jahres gilt der Afghane Hussein Khavari als dringend tatverdächtig, am frühen Morgen des 16. Oktober zuvor die 19-jährige Medizinstudentin Maria Ladenburger erst gewürgt, dann vergewaltigt und anschließend bewusstlos in den Fluss Dreisam gelegt zu haben, was laut Obduktionsbericht ihren Tod durch Ertrinken bedeutete. Das Gewaltverbrechen trug sich im Bereich Ottiliensteg zu.

Um das Alter Khavaris zum Tatzeitpunkt gibt es aktuell eine Kontroverse, weil er sich ursprünglich als minderjähriger unbegleiteter Flüchtling (MUFL) von 17 Jahren ausgegeben hatte, aber ein rechtsmedizinisches Gutachten mindestens 22 Jahre ansetzt. Zu Beginn der strafrechtlichen Verhandlung spricht nun Khavari selbst von einem heutigen Lebensalter von 19 Jahren und seiner angeblichen Geburt am 12. Bahman 1376 nach iranisch/afghanischem Kalender, was im weltweit gebräuchlichen gregorianischen Kalender dem Datum 1. Februar 1998 entspricht. Sollte der Angeklagte nach Jugenstrafrecht verurteilt werden, droht ihm eine Maximalstrafe von zehn Jahren Haft, unter Anwendung des Strafrechts für Erwachsene allerdings lebenslang.

Bisher sagte Khavari aus, er sei in Afghanistan geboren und als Jugendlicher in den Iran gelangt. Von dort aus habe er über die Türkei seinen Lebensmittelpunkt nach Griechenland verlagert. Auf der Tourismus-Insel Korfu überfiel Khavari im Mai 2013 eine 20-jährige Studentin, die er einen steilen Küstenhang hinunterschubste, was sie schwer verletzt überlebte. Fragen zu seiner Straftat in Griechenland ließ das Landgericht Freiburg nicht zu. Im Jahr 2015 sei es ihm im Zuge der beispiellosen Asyl-Schwemme gelungen, nach Deutschland zu kommen, wo er sich als 16-jähriger ausgab.

Zu seinen Lebensumständen im Iran, in Griechenland und Deutschland äußert Khavari, er sei abhängig von Alkohol, Drogen und Schmerzmitteln gewesen. Illegal habe er im Iran gearbeitet. Obdachlos habe er sich in Griechenland mittels Diebstahl und der Verwertung von Müll durchgeschlagen. Erst in der Bundesrepublik habe sich seine persönliche Situation teilweise normalisiert, doch die Abhängigkeit von Suchtmitteln sei geblieben. Eine sicherlich tragische Biographie – sollte sie denn stimmen -, aber ganz sicher nichts, woraus sich konstruieren ließe, „die Gesellschaft“ sei letzten Endes „mitschuldig“, dass ein Mord in Tateinheit mit schwerer Vergewaltigung begangen wurde.

Zwischen 13.40 und 15.00 Uhr fand die Mittagspause des ersten Prozesstages statt. Etwa eine halbe Stunde später stand fest, dass die Öffentlichkeit für den restlichen Verhandlungstag nicht länger zugelassen ist, weil nun mit der Befragung zu persönlichen Beweggründen des Verlassens Afghanistans, möglichen Problemen in einer dortigen Koran-Schule und den sexuellen Vorlieben des Angeklagten begonnen werde. Voraussichtlich mit Beginn des zweiten Prozesstages am 11. September wird der Öffentlichkeit wieder Zutritt zur Verhandlung gewährt werden. Wahrscheinlich wird es dann zur Befragung Khavaris zum Tathergang am frühen 16. Oktober 2016 kommen.

Foto: Maria Ladenburger, zentrales Medienarchiv WikiMANNia Commons

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Ein Gedanke zu „Prozessauftakt im Mordfall Maria Ladenburger

  • 5. September 2017 um 20:56
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    Heute erfuhr man in verschiedenen Artikeln,
    dass dieser Mensch die Studentin Maria Ladenburger nicht einfach nur gewürgt und vergewaltigt hat.
    Warum uns das bisher verschwiegen wurde? Wahrscheinlich um keine Vorurteile gegen unsere afghanischen Mitbürger zu schüren. Oder uns unmündige Bürgern nicht zu verunsichern.

    Hussein K. hat Maria ausgezogen, in die Wangen, Brust, Bauch und Vagina gebissen, sie MEHRFACH vergewaltigt und zwischendurch immer wieder weiter gewürgt.
    Das war kein schnelles Vergewaltigen und Würgen, sondern ein langer, qualvoller Prozess.

    Dann hat er sie mit dem Kopf nach unten bewusstlos ins Wasser gelegt, damit sie stirbt.

     

     

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