Gut oder böse? – Welche Koranverse haben Geltung?

Wenn man sich die Geschichte Mohammeds ansieht, ist der Koran exakt nach seinem politischen und militärischen Werdegang verfasst.
Seine Offenbarungen begann der Prophet in Mekka zu predigen. Hier verkündete er vorerst Allahs Botschaft milder und friedvoller, um neue Anhänger für den Islam zu begeistern und anerkannt zu werden. Zu seinem Entsetzen blieb es jedoch nur bei einer unbedeutend kleinen Gefolgschaft. Der Großteil der Mekkaner duldete den Propheten nicht.
Also ging Mohammed nach Medina und hatte dort mehr Glück, denn er schaffte es kurzerhand eine beträchtlich große Anhängerschaft um sich zu scharen. Seinen enormen Einfluss und seine militärische Macht benutzte er nun zur Ausbeutung und zum Krieg, daher sind diese Offenbarungen größtenteils gewalttätig ausgerichtet.

Widersprüche im Koran
So war es nicht zu vermeiden, dass im Koran häufig Widersprüche aufkamen.
Aber wie kann denn der Koran eines allmächtigen und allwissenden Gottes, der die letztgültige Wahrheit an die Menschen entsandte, unstimmig sein?
Und welche der sich gegensätzlich verfassten Passagen sollen denn nun befolgt werden? Die friedlichen, guten Verse aus der Zeit Mekkas oder die hasserfüllten, bösen aus der Medina Phase?

Gut oder böse?
Wie also geht man denn nun mit diesen Widersprüchen um? Die meisten Koranexegeten und Theologen sind sich einig über die Vorgehensweise gegenteiliger Versionen. Es ist das Prinzip der Abrogation, wonach später offenbarte Verse die früheren ersetzen. Nach dieser Methode würden all jene Predigten Mohammeds der Medina-Zeit das aufheben, was in Mekka an Toleranz und Frieden verlautbart wurde.

Es scheint, als wurden Änderungen einiger Suren sogar im Koran mitbedacht, denn wie man im Falle zweier sich widersprechender Verse zu verfahren hat und welche Fassung zu gelten hat, wird als Aussage im Heiligen Buch der Muslime mit genau diesem Prinzip der Abrogation erklärt.

1. Sure 87:6-7 „Wir wollen dich (den Koran) lesen lehren, und du sollst nicht vergessen, was Allah will; siehe er kennt das Offenkundige und das Verborgene.“

Dieser Vers sagt aus, Mohammed hätte etwas nach Allahs Wille vergessen.

2. Sure 22:52 „Und nicht entsandten wir vor dir einen Gesandten oder Propheten, dem nicht, wenn er vorlas, der Satan in seine Lesung (Falsches) warf; aber Allah vernichtet des Satans Einstreuungen. Alsdann wird Allah seine Zeichen bestätigen; und Allah ist wissend und weise.“

In dieser Sure wird behauptet, dass Satan Mohammed falsche Offenbarungen unterschob und der Prophet deswegen eine neue predigte.

3. Sure 2:106 „Was wir an Versen aufheben oder in Vergessenheit geraten lassen – Wir bringen bessere oder gleichwertige dafür. Weißt du denn nicht, dass Allah zu allem die Macht hat?“

Diese Passage besagt, dass Allah sich selbst verbessern will, da er sozusagen seine Meinung geändert hat.

Tatsächlich werden somit 225 Verse durch spätere aufgehoben oder überschrieben.
Der heutige Koran ist jedoch nicht mehr in der richtigen Reihenfolge seiner Offenbarungen zusammengesetzt, daher ist es als Laie nicht leicht ersichtlich, welche Suren abrogiert wurden und welche nicht.

Beispielsweise gilt als einer der letzten Offenbarungen folgende Sure:

Sure 9:5 „Wenn nun die Schutzmonate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, ergreift sie, belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf! Wenn sie aber bereuen, das Gebet verrichten und die Abgabe entrichten, dann lasst sie ihres Weges ziehen! Gewiss, Allah ist allvergebend und barmherzig.“

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2 Gedanken zu „Gut oder böse? – Welche Koranverse haben Geltung?

  • 17. Juli 2017 um 21:30
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    das Problem ist nur, dass sichs jeder so hinrichtet wie er es gerade braucht.

    Außerdem Gott widerspricht sich selbst? Sagt etwas Falsches und korrigiert das später?

    so etwas hört sich aber nicht vertrauenserweckend an!

    Es wäre vollkommen ausreichend wenn jeder jeden so behandeln würde wie er selber gerne behandelt werden möchte,die Erde wäre ein Paradies und wir könnten gut und gerne auf sämtliche „Heiligen Bücher“ verzichten!

     

    • 19. Juli 2017 um 23:48
      Permalink

      „Liebe deinen nächsten wie dich selbst“
      Funktioniert auch nach mehr als 2000 Jahren nicht.
      Wie soll es dann ohne eine „Anleitung“ gehen.
      (Vorab Bibel, Koran, Tora … von Gott gegeben … neeee, alles von Menschen geschrieben und erdacht)

      Man sollte nur die richtigen Schlüsse aus diesen Geschichten ziehen. Aber da schliess ich den Koran auch wieder aus. Denn dieser ist aus einer Selbstsüchtigen sichtweise geschrieben worden (entweder von Mohammed oder, wenn er, wie einige meinen, nicht existiert hat, von Abu Bakr..)
      Die beiden anderen Bücher sehe ich so an wie die Bücher der Gebr. Grimm … da kann man auch sehr viel draus erlernen für das Leben, und komischerweise werden diese Lehren mehr von der Bevölkerung aufgenommen und praktiziert als die der Bibel oder Tora.

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